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<HEAD><TITLE>Traveler's Guide to the US Elections 2000</TITLE></HEAD> 

<BODY> 
<IMG  Align=Top SRC="election.gif">
<H2>Reisef&uuml;hrer f&uuml;r die amerikanischen Wahlen <font color="#FF0000">2000</font></h2>


<i>Wir haben die Macht, die Welt in die Luft zu sprengen, und der Ober-Sprenger wird dieses Jahr ausgew&auml;hlt werden. Um Ausl&auml;ndern zu helfen, die versuchen, das ganze zu verstehen, um einheimische Leser zu am&uuml;sieren und zu nerven, und um mir selbst ein Forum f&uuml;r Wutausbr&uuml;che zu geben, habe ich diese Seite rausgebracht, und sogar in schlechtes Franz&ouml;sisch &uuml;bersetzt. 




<p>--Mark Rosenfelder</i>

<hr>
<blockquote>

<h3><font color="#0000FF">Neueste Nachrichten 
 <a href="#guide">[Skip]</a> </h3>

 <p><b>29. Dezember</b> - <b>Letztes 
 Update</b>: Die Wahl ist vorbei; Gore hatte 
 vielleicht <a 
 href="http://slate.msn.com/code/kausfiles/kausfiles.asp?Show=12/28/2000&idMessage=6758">sogar  in Florida mehr Stimmen</a>, 
 aber Comandante Bush und seine Partido 
 Republicano Institucional sind sicher an der 
 Macht.  
 Also ist es Zeit,  diese Seite abzuwickeln.  Wenn 
 du aber  auch weiter Wutausbr&uuml;che willst,
 <a href="rants.html">dann hast du 
 Gl&uuml;ck!</a>  

 </font>

<p><b>14. Dezember</b> - Nachdem der Oberste Gerichtshof gegen ihn entschieden hat,
gingen Gore eng&uuml;ltig die M&ouml;glichkeiten aus, und er gab auf.  

<p>So ziemlich alle-- Kandidaten, Politiker, die Medien, Richter--
wirken kleiner.  Parteizugeh&ouml;rigkeit hat fast jeden dazu gebracht,
sehr dumme Sachen zu sagen... und manchmal dazu, ein paar Tage sp&auml;ter
die genau entgegengesetzten dummen Sachen zu sagen.

<p>Die Leute fragen sich, ob das hier der Republik oder ihren Institutionen schaden wird... 
wobei sie anscheinend vergessen, was genau mit diesen Institutionen
vor zwei Jahren aus politischen Gr&uuml;nden gemacht wurde.  Viele Leute suchen immer noch
nach dieser Art w&uuml;rdevoller guter Beziehungen, von der man uns in Gemeinschaftskunde erz&auml;hlt hat;
aber grenzenlose Gemeinheit war in der Politik des neunzehnten Jahrhunderts normal,
und sie ist zur&uuml;ck.  Warum das so ist,  <a href="predic.htm">ist eine andere Geschichte</a>.

<p>Was  wird Bush als Pr&auml;sident so machen?  Nach seinem Vater zu urteilen wahrscheinlich nicht viel.
Die Frage ist eher, was der republikanische Kongress
ohne einen democratischen Pr&auml;sidenten, der ihn unter Kontrolle h&auml;t, tun wird.
Wahrscheinlich erst mal den Haushalts&uuml;berschuss mit Steuersenkungen f&uuml;r die Reichen senken.


<p><b>8. Dezember</b> - Es sieht so aus, als ob die Kongresswahlergebnisse endg&uuml;ltig da sind.
Die Republikaner haben 2 Sitze im Repr&auml;sentantenhaus verloren, aber ihre Mehrheit gehalten- 
jetzt 221 zu 212 Sitze.  Sie haben 3 Sitze im Senat verloren, der jetzt 50 zu 50 gleich geteilt ist.
Aber der Vizepr&auml;sident enzscheidet bei Stimmgleicheit, so dass sie die Kontrolle behalten werden.
(Das w&uuml;rde &uuml;brigens immer noch so bleiben, wenn Gore es noch irgendwie schaffen sollte.
Lieberman w&uuml;rde seinen Sitz im Senat verlieren, und der republikanische Gouverneur von
Connecticut w&uuml;rde einen republikanischen Nachfolger ernennen.)

<p>Die interessanteste politische Theorie, die ich gelesen habe: Das fast gleiche Ergebnis heisst nicht, 
dass die Parteien ungew&ouml;hnlich zerrissen sind,
sondern dass sie sich ungew&ouml;hnlich &auml;hnlich sind.  Wenn beide Parteien wie verr&uuml;ckt zur Mitte laufen,
ist das nat&uuml;rliche Ergebnis ein totes Rennen.

<p>Oder vielleicht waren auch einfach beide beschissene Kandidaten.

<p><b>5. Dezember</b> - Keine echten Nachrichten... das heisst,  gute
Nachrichten f&uuml;r Bush.
 Vergesst, was die Anw&auml;lte sagen: die Wahrheit ist, dass Gore mit
Nachz&auml;hlungen per Hand
 gewinnen k&ouml;nnte, und wenn es keine gibt, gewinnt Bush.
 Also macht jeder Tag ohne Nachz&auml;hlungen Bush's Sieg sicherer.
  
  <p>Ich will ja nicht sagen, dass die Trauben eh' zu sauer sind, aber ich
glaube, dass bei dieser Wahl
ein Fluch auf dem Gewinner liegen wird.  Er  wird mit einem
geteilten Kongress, Gegnern, die glauben, dass ihnen die Wahl geklaut wurde,
und einer wieder schw&auml;cher werdenden Wirtschaft klarkommen m&uuml;ssen.
Und der sch&ouml;ne Haushalts&uuml;berschuss wird vielleicht wie eine
Fata Morgana verschwinden.

<p><b>17. November</b> - OK, etwas Gemecker.

<ul>
<li>Bushs Leute haben einen neuen Typ Mensch erfunden: den brummeligen Gewinner.
Ihre Wir-haben-schon-gewonnen-Einstellung (mit welcher Begr&uuml;ndung eigentlich?  
Es gibt keine endg&uuml;ltigen, offiziellen Ergebnisse) ist ziemlich unpassend f&uuml;r einen 
Kandidaten, der in der landesweiten Wahl nach Stimmen verloren hat und dessen m&ouml;glicher
Sieg am seidenen Faden h&auml;ngt.  

<li>Nader spiegelt anscheinend die Selbstgerechtigkeit seiner Anh&auml;nger perfekt
wieder.  Es interessiert sie nicht, dass sie Bush vielleicht beim Gewinnen 
geholfen haben, weil erstens <i>sie</i> nach ihrem reinen kleinen Gewissen gew&auml;hlt haben,
und zweitens Gore sich sowieso nicht um sie gek&uuml;mmert hat.  Leute, rechnet etwas.
Welche Gruppe werden die Demokraten jetzt besonders umwerben: 49 Millionen
Bush-W&auml;hler, oder 2 Millionen Nader-W&auml;hler?
</ul>

Auf der positiven Seite ist das knappe Ergebnis ein gutes Zeichen daf&uuml;r, dass keine der beiden Parteien
in den n&auml;chsten Jahren viel Unheil anrichten k&ouml;nnen wird.


<p><b>13. November</b> - Es ist  <b>immer</b> noch nicht vorbei.   

<p>Die ausl&auml;ndischen Medien sind anscheinend viel schockierter &uuml;ber die ganze Sache als wir.
Ich denke, die meisten von uns w&uuml;nschten, die Leute in Florida k&ouml;nnten z&auml;hlen und Pfeilen folgen,
aber wir haben nicht das Gef&uuml;hl, dass so eine Art Dritte-Welt-Schlamperei abl&auml;uft. 

<p>Die n&auml;chsten ein oder zwei Wochen werden aufregend sein, aber danach wird sich alles wieder beruhigen.
Ich glaube, wir k&ouml;nnen auf Dauer ein paar Sachen daraus lernen:

<ol>
<li>Die Besonderheit der Wahlm&auml;nner ist nicht l&auml;nger auf das neuzehnte Jahrhundert beschr&auml;nkt.   
Wir werden es nicht zu eilig damit haben, es zu reformieren, aber Versuche dazu werden nicht mehr
so theoretisch aussehen.

<li>Voreilige Meldungen der Nachrichtenmedien k&ouml;nnen echte Verwirrung ausl&ouml;sen (so wie
das hochjubeln und dann zur&uuml;ckziehen von Gore, und dass Bushs Wahlkampfleute dauernd behaupten, dass sie eigentlich schon gewonnen haben, obwohl es daf&uuml;r keinen Grund ausser ein paar Erkl&auml;rungen der Medien gibt.  

<li>Mechanische Wahlmaschinen sind nicht fehlerfrei.  Die Experten wussten das
schon seit Jahren, aber durch die Nachz&auml;hlungen in Florida wurde es dramatischer. Erwartet einen Wechsel zum
elektronischen W&auml;hlen. 

</ol>

<p><b>8. November</b> - Normalerweise gehen wir in der Wahlnacht schlafen und wissen, wer der Gewinner ist.  Dieses Mal ist das nicht so.  Die Ergebnisse waren noch nicht mal da, als die Redaktionen der Morgenzeitungen schlossen.  Sie sind <i>immer noch</i> nicht da. 
Wir werden es offiziell nicht vor  <i>Donnerstag</i> wissen.

<p>Gore hat 49.86 Millionen Stimmen bekommen, w&auml;hrend Bush 48.64 Millionen hat.  Also ist es eng, aber er hat gewonnen,
richtig?  Nein.  Mir f&auml;llt gerade auf, dass ich das <b>Electoral College</b> unten nicht erkl&auml;rt habe.  Seufz.

<p>Dank der Vorurteile der Gr&uuml;nder gegen "das Pack" w&auml;hlt das Volk nicht den Pr&auml;sidenten
-- es w&auml;hlt Wahlm&auml;nner, die dann den Pr&auml;sidenten w&auml;hlen.
In der Praxis w&auml;hlen die Wahlm&auml;nner eines Staates alle zusammen den, der die meisten Stimmen in ihrem Staat bekommen hat.
Zum Beispiel gewann Gore in Kalifornien, also bekam er die 54 Wahlm&auml;nnerstimmen dort.  

<p>Zur Zeit hat Gore 260 Wahlm&auml;nnerstimmen und Bush 246.  Also ist es eng, aber er hat gewonnen, richtig?
Nein, weil Florida, mit 25 Stimmen, <i>zu eng um etwas zu sagen </i>ist.  
Sie z&auml;hlen gerade die Stimmen nach... das sollte bis Donnerstag erledigt sein.  
Bush hat einen Vorsprung von 1800 Stimmen von insgesamt 5.8 Millionen.  
Wenn das so bleibt, wird er 271 Wahlm&auml;nnerstimmen haben, gerade genug
um zu gewinnen... obwohl er die Wahlen landesweit <i>verloren</i> hat.
Das ist schon ab und zu passiert, zuletzt 1888.

<p>H&auml;tte in diesem Fall Nader Gore um den Sieg gebracht?  Kurz gesagt ja.
Er bekam in Florida mehr als 96,000 Stimmen, was mehr als 
genug f&uuml;r einen sicheren Gore-Sieg gewesen w&auml;hre.

<p>Was den <b>Kongress</b> betrifft, die Endergebnisse sind noch nicht da, aber es sieht so aus,
als ob die Republikaner ein paar Sitze verloren, aber gerade noch ihre Mehrheit in beiden H&auml;sern verloren haben.

<p><b>Hillary</b> Clinton gewann ihren Sitz im Senat, so dass die Konservativen
sich wieder sechs Jahre &uuml;ber Clintons an der Macht aufregen k&ouml;nnen.

<p><b>3. November</b> - Der neueste Schachzug: Bush liegt in den Umfragen knapp vorn...
mit genau so vielen Prozent wie der Kandidat einer linken Drittpartei (der Gr&uuml;nen), Ralph Nader, 
bekommt.  Viele machen sich auch wirklich Sorgen, dass Nader Gore um den Sieg bringen wird.
Nader selbst ist das offensichtlich egal; er sieht es wohl von dem leninistischen Standpunkt, dass es gut f&uuml;r 
radikale Ideen ist,  wenn ihre Gegner an der Macht sind.

<p><b>25. Oktober</b> - Es sind weniger als zwei Wochen bis zur Wahl,
also ist es schon l&auml;ngst Zeit, sich auf ein ziemlich unsicheres Gebiet zu trauen und Vorhersagen zu machen.

<p>Ich glaube, Bush wird's schaffen.  Camille Paglia (eine exzentrische, postfeministische, egozentrische Intellektuelle), hat diesmal
recht: "Niemand will einen selbstgerechten elit&auml;ren Sch&ouml;nredner, der immer nur grosse Spr&uuml;che macht, im Weissen Haus."

<p>Beim wichtigsten Thema geht es (wer h&auml;tte das gedacht) um eine politische Frage:
Was machen wir mit dem Haushalts&uuml;berschuss <i>(Anmerkung des &Uuml;bersetzers: Ja, die Amerikaner haben einen Haushalts&uuml;berschuss!)</i>.  Leider haben die W&auml;ler, obwohl sie
bewiesen haben, dass ihre Moralvorstellungen besser sind als die vom Kongress,
keine verdammte Ahnung von Mathe.  Sie werden
Bush seine Versprechungen abnehmen, trotz ihrer Billlionen-Dollar-Fehler.

<p>Kurze Zusammenfassung: Bush will Teile der Rentenversicherung "privatisieren".
Nette Idee, nur das sie leider auf einer Illusion beruht: Man bekommt seine
Zahlungen nicht von dem Geld, das man eingezahlt hat; sie werden von den Leuten
finanziert, die zur Zeit arbeiten. Mit Bushs Plan wird die Rentenversicherung
sehr viel weniger einnehmen, ohne das sie weniger auszugeben braucht. Die
Einnahmen senken, w&auml;rend die Ausgaben steigen- Nette Methode, um das
System zu retten.

<p>Die Rennen im Repr&auml;sentantenhaus sind bemerkenswert eng; die einzige sichere Vorhersage
ist, dass die Partei, die gewinnt,  eine sehr knappe Mehrheit haben wird, so dass sie sich nicht zu viel g&ouml;nnen kann.  Ich glaube aber trotzdem, dass die Demokraten es &uuml;bernehmen werden.

<p>&Uuml;beraschenderweise macht Hillary sich ganz gut und wird wahrscheinlich ihren Sitz im Senat bekommen.

<p><b>12. Oktober</b> - Wonach wir in den Debatten am meisten suchen, ist 
Erniedrigung.  Wir haben absolut keine gesehen, wodurch wir wieder da sind, wo wir 
angefangen haben: Bei einem sehr engen Rennen.  Bush wirkt immer noch oberfl&auml;chlich aber warmherzig, 
Gore intelligent aber sehr roboterm&auml;ssig.  Der <i>New Yorker</i> meinte dazu, 
dass es wie ein Rennen zwischen den beiden H&auml;lften von Bill Clinton ist.

<p>Der Verdacht w&auml;chst, dass vier Jahre von jedem der beiden im Prinzip 
fast nichts bedeuten w&uuml;rden.  Keiner von ihnen wird irgendetwas gross ver&auml;ndern...
ausser wenn Bush seine versprochene Steuersenkung wahrmacht und uns in
die Zeiten der aufgeblasenen Defizite zur&uuml;ckschickt.


<p><b>18. September</b> - Vor einem Monat ergab eine 
<i>USA Today</i> Umfrage, dass 47% der W&auml;hler niemals Gore w&auml;hlen w&uuml;rden... jetzt sind es 37%.  Also was, 10% der W&auml;hler &auml;nderten im letzten Monat eine ziemlich entschiedene Meinung?


<p>Nun, warum nicht?  Wenn man sich regelm&auml;ssig die Umfragen anguckt (eine schlechte Angewohnheit), wird einem schnell klar, dass etwa ein Drittel der W&auml;hler keine feste politische Meinung hat, sondern auf das reagiert (und wahrscheinlich danach w&auml;hlt), was letzte Woche in den Nachrichten wahr.  Da die anderen feste Meinungen haben und daher leicht berechenbar sind, werden Wahlen von diesem schwankenden und reizbaren Drittel entschieden. 

<p>Ok, die Umfragen geben Gore also gerade jetzt einen leichten Vorsprung. 
K&uuml;mmert euch aber nicht darum, oder um die Erkl&auml;rungen, die unsere schlauen Gelehrten daf&uuml;r haben. 
Niemand hat die Wahl f&uuml;r sich entschieden. 

<p>Das aktualle Streitthema ist, wie die Fersehdebatten organisiert werden sollen. 
Bush ist gegen direkte Debatten, bei denen sehr wahrscheinlich seine Mittelm&auml;ssigkeit aufgedeckt werden w&uuml;rde, und f&uuml;r Talkshows, von denen er wahrscheinlich glaubt, dass sie das mit Gore machen w&uuml;rden. 


<p><b>11. August</b>  -- Und am Kindertisch: Was von der Reformpartei &uuml;brig ist hat sich bei seinem Parteitag in zwei Teile gespalten. Die beiden Kandidaten-- Pat Buchanan und John Hagelin-- werden vor Gericht um 12,6 Millionen Dollar Wahlkampfhilfe streiten. Sowas passiert, wenn Leute, die zu streits&uuml;chtig f&uuml;r die grossen Parteien sind, versuchen, ihre eigenen zu gr&uuml;nden... 

<p><b>8. August</b> -- Gore hat sich f&uuml;r Senator Joe Lieberman aus Connecticut als Mitspieler entschieden. Ich glaube, die meisten Amerikaner fragten sich sofort: "Wer?" Wie auch immer, sie wurden von den Schlagzeilen hilfsbereit dar&uuml;ber informiert, dass Lieberman Jude ist. (Hier wollen die Dems lieber Kennedy, den ersten katholischen Pr&auml;sidenten, beschw&ouml;ren, als Geraldine Ferraro, die erste weibliche beinahe-Vizepr&auml;sidentin.) 



<p>Lieberman ist politisch liberal, sozial (vom Privatleben her) konservativ. Die Repubs haben bei ihrem Parteitag ihr bestes getan, um ihre Extremisten in die Ecke zu dr&auml;ngen; Gores Entscheidung ist ein Zeichen, dass er dasselbe versucht. Geht davon aus, dass die Kandidaten f&uuml;r den Rest des Rennens versuchen, wie der jeweils andere auszusehen, w&auml;hrend sie die andere Partei als gef&auml;hrliche Radikale hinstellen. 


<p><b>31. Juli</b> -- Der republikanische Parteitag fing heute an. Parteitage waren mal ein wichtiger Teil des Wahlprozesses-- dort haben die Politikmacher in verr&auml;ucherten Hinterzimmern eine Entscheidung f&uuml;r einen Kandidaten ausgehandelt. Das wird jetzt in den Vorwahlen gemacht, wodurch die Parteitage nur noch viert&auml;gige Informationsveranstaltungen bleiben. Die Partei kriegt im allgemeinen einen Schub in den Umfragen, der aber im November nicht mehr viel z&auml;hlt. 



<p>Hinter den Kulissen helfen sie der Partei wahrscheinlich, ihre Truppen anzufeuern und sie daran zu erinnern, dass es ausser den Gegnern in der Partei, die sie zwei Jahre lang bek&auml;mpft haben, auch noch eine komplette andere Partei zu besiegen gibt. 


<p><b>27. Juli</b> -- Kandidaten w&auml;hlen traditionell Mitspieler als Vizepr&auml;sidentenkandidaten, die die Positionen abdecken, auf denen sie selbst schwach sind. Bush hat den ehemaligen Verteidigungsminister Dick Cheney gew&auml;hlt, den die Zeitungen f&uuml;r seine "gravitas" <i>(damit ist "W&uuml;rde;" gemeint; genauer gesagt, die Art von W&uuml;rde, die von einem Pr&auml;sidenten erwartet wird; Anm. d. &Uuml;b.)</i> loben-- das sagt etwas dar&uuml;ber aus, wie "W." verstanden wird. 



<p>Auf der demokratischen Seite tut Gore in der Zwischenzeit wahrscheinlich etwas. Nach derselben Theorie braucht <b>er</b> einen Mitspieler, der W&auml;rme ausstrahlt. Vielleicht Bill Clinton? 


<p><b>7. Juni</b> -- Giuliani ist, angeschlagen von Krebs und Scheidung, aus dem New Yorker Senatswahlkampf ausgeschieden. Sein Platz wurde von Rick Lazio eingenommen, einem Kongressabgeordneten aus Long Island, dessen Programm daraus bestehen wird, dass er nicht Hillary ist. 


<p><b>9. Mai</b> -- Die Republikaner schlagen vorsichtig vor, die Reihenfolge der Vorwahlen so zu &auml;ndern, dass die gr&ouml;ssten Staaten zuletzt abstimmen, eine Prozedur, durch die das ganze f&uuml;r l&auml;ngere Zeit ein echter Wettbewerb werden soll. 



<p>McCain hat gerade Bush unterst&uuml;tzt... ein notwendiger aber zweifelhafter Teil unseres Wahlprozesses. "Dieser Typ, den ich monatelang auseinandergenommen hab? Bitte w&auml;hlt ihn!" Auf der anderen Seite ist es weder attraktiv noch erfolgsversprechend, zu einer dritten Partei &uuml;berzulaufen. 


<p><b>24. April</b> -- Diese Woche kandidieren die Kandidaten anscheinend als Pr&auml;sident von Kuba. Die Politisierung des Eli&aacute;n-Falles war auf beiden Seiten ekelhaft. Einen sechsj&auml;hrigen Jungen dazu zu zwingen, bei einem Video gegen seinen eigenen Vater mitzumachen, ist unbeschreiblich heruntergekommen; genauso Castros Art, die Geschichte zu benutzen, um von seinen eigenen Fehlern abzulenken. 



<p>Bush <i>und</i> Gore haben beide gesagt, dass die Sache von den Gerichten entschieden werden sollte, eine Einstellung, die mehr &uuml;ber die Bedeutung exilkubanischer Stimmen aussagt als &uuml;ber ihre F&auml;higkeit zu regieren. Wie h&auml;tte die Sache von den Gerichten entschiden werden k&ouml;nnen, wenn die Verwandten in Miami klargemacht haben, dass sie die Gesetze nicht befolgen werden?


<p><b>8. M&auml;rz</b> -- Es ist offiziell: Ihr k&ouml;nnt bis zu den Parteitagen schlafen gehen. Gore gewann alle sechzehn demokratischen Wettbewerbe, was Bradley dazu brachte, es hinzuschmeissen. Bush gewann acht von zw&ouml;lf republikanischen Vorwahlen, einschliesslich der alles-entscheidenden in Kalifornien und New York. McCain ist trotz einer sehr konservativen Wahlbilanz im Kongress zur Mitte gegangen und hat sogar (tapfer aber dumm) die Religi&ouml;se Rechte angegriffen. Auf die Art kann man vielleicht Pr&auml;sident werden, aber nicht der republikanische Kandidat. 


<p><b>23. Februar</b> -- Nachdem er in South Carolina und Delaware verloren hat, gewann McCain leicht in Michigan und Arizona. Bush gibt McCains Beliebtheit ausserhalb der Partei die Schuld, als ob es eine schlechte Idee w&auml;re, jemanden als Kandidaten aufzustellen, der im November gewinnen kann. Der grosse Test f&uuml;r McCain wird das mit Parteitagsdelegierten vollgestopfte Kalifornien sein-- dort k&ouml;nnen Unabh&auml;ngige nicht in den Vorwahlen w&auml;hlen. 


<p><b>14. Februar</b> -- Die Reformpartei hat sich, wahrscheinlich weil sie fand, dass sie nicht klein und unbedeutend genug war, in zwei Fraktionen aufgespaltet. Jesse Ventura, Ex-Wrestler und Star der Partei, verliess die Partei kurz bevor ein Verb&uuml;ndeter von ihm als Parteivorsitzender abgew&auml;hlt wurde. Der Versuch, in einem Der-Gewinner-kriegt-alles-System eine dritte Partei zu gr&uuml;nden war immer riskant; die Partei kehrt jetzt zu ihrem Status als Perots bezahltes Mundst&uuml;ck zur&uuml;ck. 


<p><b>1. Februar</b> -- McCain hat die Vorwahlen in New Hampshire gewonnen. Die Presse wird eine grosse Sache daraus machen, aber es ist einfach die Art, wie die W&auml;hler etwas Spass haben, bevor sie nur noch langweilige Kr&ouml;nungsfeierlichkeiten f&uuml;r Bush veranstalten. 


</blockquote>

<hr>
<h3><a name="guide">Der Reisef&uuml;hrer</a></h3>

<dl>

<dt><b><i> Wie funktioniert der Wahlprozess? </i></b>
<dd>Es gibt drei Phasen: <b>Wahlkampfspendensammeln</b>, das kurz nach der letzten Wahl anf&auml;ngt und aufh&ouml;rt wenn der erste Kandidat wegen Geldmangel ausscheidet; <b>Vorwahlen</b>, bei denen jede Partei Schlamm auf ihre eigenen Kandidaten wirft bis einer &uuml;brigbleibt; und die Wahl selbst. <p>

<dt><b><i> Was f&uuml;r eine Art Mensch kandidiert als Pr&auml;sident? </i></b>

<dd>Sich selbst t&auml;uschende Leute. Der ideale Kandidat kann sich 3% Unterst&uuml;tzung in den Umfragen angucken und das Volk nach seiner Kandidatur schreien h&ouml;ren. 



<p>Historisch gesehen hast du die besten Chancen wenn du entweder einen Krieg gewonnen oder als Vizepr&auml;sident oder Gouverneur gearbeitet hast. Wenn das das nicht der Fall ist willst du in guten Zeiten zur Regierungspartei und in schlechten zur Opposition geh&ouml;ren. Und der Kandidat, der als w&auml;rmer und menschlicher gilt, gewinnt im allgemeinen. <p>


<dt><b><i> Wer gewann das Wahlkampfspendensammeln? </i></b>

<dd>George W. Bush: bis letzten Oktober hatte er 70 Millionen Dollar gesammelt. Al Gore hat ungef&auml;hr halb soviel gesammelt, vielleicht weil er mehr Buddhisten als wohlhabende &Ouml;lbarone kennt. 
<p>


<dt><b><i> Was sind die Vorwahlen? </i></b>

<dd> Eine Reihe von Staatswettbewerben, die die Ergebnisse der letzten Runde r&uuml;ckg&auml;ngig machen sollen. Kandidaten, die weit zur&uuml;ckliegen, hoffen wieder etwas Schwung zu kriegen, und alle versuchen, den Spitzenkandidaten runterzumachen. 



<p>Die Saison f&auml;ngt so irref&uuml;hrend wie m&ouml;glich mit zwei kleinen und untypischen Staaten an, Iowa und New Hampshire. Die Reihenfolge der anderen Vorwahlen &auml;ndert sich jedesmal, weil ein Staat nach dem anderen entscheidet, dass seine Wahl zu sp&auml;t kommt um noch Spass zu machen. 
<p>

<dt><b><i> Wann findet die Wahl statt? </i></b>

<dd> Amerikanische Wahlen finden traditionell am ersten Dienstag nach dem ersten Montag im November statt. Die Gr&uuml;nderv&auml;ter hofften, dass diese Formulierung die Dummen und Unf&auml;higen daran hindern w&uuml;rde, am richtigen Tag in die Wahllokale zu kommen. Ein Blick durch die Galerie der amerikanischen Pr&auml;sidenten sollten zeigen, wie sehr sie danebenlagen. <p>


<dt><b><i> Wer sind die republikanischen Kandidaten? </i></b>

<dd> George W. Bush und ein paar andere Leute. Bush ist Gouverneur von Texas und der Sohn des letzten republikanischen Pr&auml;sidenten, an den man sich im wesentlichen daf&uuml;r erinnert, dass er nicht Ronald Reagan war. <p>


<dt><b><i> Warum unterst&uuml;tzen die Leute Bush? </i></b>

<dd> Weil die Republikaner am Dukakis-zu-Clinton-Syndrom leiden: Sie haben es satt, Wahlen zu verlieren, also wechseln sie von Langweilern, die den harten Kern ihrer Anh&auml;nger, aber sonst niemanden zufriedenstellen, zu jemandem der vielleicht wirklich gewinnen wird. 



<p>Wenn die G&ouml;tter w&uuml;tend sind erf&uuml;llen sie unsere Gebete: Bush ist wahrscheinlich als Entscheidung f&uuml;r einen Kandidaten genauso bemitleidenswert wie Clinton. Wenigstens wird es lustig zu sehen, wie die Familienwerte-Truppe hinter diesem fr&uuml;heren Partei/Party-Tier in Stellung geht.



<p>Sein wesentlicher Charme ist, dass er sich als "mitf&uuml;hlender Konservativer" pr&auml;sentiert... was wahrscheinlich heisst, dass er nicht vorhat, als Pr&auml;sident irgendetwas zu tun, um den Armen zu helfen, aber er klingt als ob er w&uuml;nschte er k&ouml;nnte es, und das kommt sehr viel besser an als die Oberschicht-Schadenfreude, die die meisten Republikaner immer von sich geben m&uuml;ssen. <p>


<dt><b><i> Was macht die Religi&ouml;se Rechte? </i></b>

<dd> Verschwendet ihre Energie an Kandidaten, die nicht gewinnen werden, wie z. B. Gary Bauer und Alan Keyes. 
<p>


<dt><b><i> Wer ist dieser John McCain Typ? </i></b>

<dd> Ein Senator aus Arizona, dessen Ehrlichkeit die Presse f&uuml;r ihn eingenommen hat, und dessen Erfahrung als Kriegsgefangener ihn ziemlich unemfindlich f&uuml;r direkte Angriffe macht. Er wird wahrscheinlich New Hampshire gewinnen, wo die Leute in der Hinsicht etwas exzentrisch sind. 

<p>

<dt><b><i> Was passiert bei den Demokraten? </i></b>

<dd> Vizepr&auml;sident Al Gore sieht einer Herausforderung von der Linken entgegen, von Bill Bradley. Die Medien und sogar die Kandidaten versuchen alles, um das wie einen echten Wettbewerb aussehen zu lassen. 



<p>Bradley ist anscheinend ein Mann mit Prinzipien, der sich alles gut &uuml;berlegt. Wie bei McCain sind seine Chancen darum gering. 

<p>

<dt><b><i> Warum will Al Gore Pr&auml;sident sein? </i></b>

<dd> Ein Sinn f&uuml;r Titel.  
<p>


<dt><b><i> Wird die Reformpartei irgendeine Rolle spielen? </i></b>

<dd> Nein.
<p>


<dt><b><i> Und warum nicht? </i></b>

<dd> Bei amerikanischen Wahlen bekommt der Gewinner alles, also gilt die Richard-Nixon-Strategie: Lauf w&auml;rend der Vorwahlen so weit zur Rechten oder Linken wie du kannst und wie es angemessen ist, um die Nominierung deiner Partei zu gewinnen; und lauf f&uuml;r den Rest des Jahres zur&uuml;ck zur Mitte, weil die Wahl von der schlaffen Mitte der W&auml;hlerschaft entschieden wird. 



<p>Oh, und weil eine Partei, die Ross Perot, Jesse Ventura, Donald Trump, Pat Buchanan und Warren Beatty zusammenbringen kann, kaum weiss wof&uuml;r sie steht, ausser der Chance, etwas Bundeswahlkampfhilfe auszugeben. 
<p>


<dt><b><i> Wer wird gewinnen? </i></b>

<dd>Schwer zu sagen. Wenn die Wirtschaft weiter boomt wird Gore einen Vorsprung haben; aber er ist eine schwer zu m&ouml;gende Mischung aus Langweiler und Roboter. Seine Politik unterscheidet sich wahrscheinlich nicht dramatisch von Bush's, also wird der Wahlkampf mit Anspielungen und Klischees gek&auml;mpft werden, und vielleicht danach entschieden werden, wer am weitesten durch's Land laufen kann. 
<p>


<dt><b><i> Werden die Demokraten das Repr&auml;sentantenhaus zur&uuml;ckgewinnen? </i></b>
 
<dd> Sehr wahrscheinlich, aber nicht mit grossem Vorsprung. Die Republikaner haben es im Jahr zwischen den Pr&auml;sidentschaftswahlen 1998 gerade noch gehalten, obwohl das normalerweise ein gutes Jahr f&uuml;r die Oppositionspartei ist. Sie haben das letzte Jahr damit  verbracht, <a href="braguette.htm">die Nation mit ihrer Sturheit zu erstaunen,</a> und ihre Kern-Unterst&uuml;tzer, die Religi&ouml;se Rechte, sind ver&auml;rgert, dass sie nichts getan haben, um die Theokratie weiterzuentwickeln. Sie brauchen einen Mann wie Ronnie Reagan oder Newt Gingrich, um die Truppen auf Linie zu bringen. Dennis Hastert ist nicht dieser Mann, und Bush kann sich nicht um alles k&uuml;mmern. 
<p>


<dt><b><i> Was ist mit dem Senat? </i></b>

<dd> Der Senat wird in den H&auml;nden der Republikaner bleiben, im wesentlichen, weil er sich langsamer bewegt-- nur ein Drittel der Senatoren wird &uuml;berhaupt neu gew&auml;hlt. 
<p>


<dt><b><i> Wird Hillary Clinton die New Yorker Senatswahlen gewinnen? </i></b>

<dd> Es w&auml;re witzig, wenn sie es tun w&uuml;rde. Aber ich denke, wenn es hart auf hart kommt, werden die New Yorker lieber B&uuml;rgermeister Rudolph Giuliani weiter nach oben bringen als irgendeine das Volk aufhetzende Ultra-Liberale zu w&auml;hlen. 

</dl>

<hr>

<p><center><A HREF="default.html"><img src="homeg.gif" border=0 alt="[ Home ]"></A></center>

<p>--Mark Rosenfelder
</i>

</BODY> 
</HTML> 





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